Gemeinsames Interreg-Projekt der Diakonie Rosenheim und des MCIs abgeschlossen

Von 1. April 2020 bis 31. März 2021 lief das grenzübergreifende Forschungsprojekt „Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘“. Im April wurden Ergebnisse, Handlungsfelder und -empfehlungen in einer Broschüre sowie auf der Webseite www.interreg-bayern-tirol.info vorgestellt.

Im Zentrum des Forschungsinteresses des Projekts, das gemeinsam von den „Sozialen Diensten Oberbayern“ der Diakonie Rosenheim und dem „MCI | Die Unternehmerische Hochschule®“ initiiert wurde, standen Menschen der Grenzregionen Bayern und Tirol, die Lernschwierigkeiten haben, unter Körper- oder Sinnesbeeinträchtigungen sowie psychischen Erkrankungen leiden. Ziel des Projekts, das im Rahmen des EU-Programms „INTERREG Österreich – Bayern 2014 – 2020“ gefördert wurde, war, das Leben für Menschen mit Behinderungen in Grenzregionen „grenzenlos zu gestalten“ und für sie Grenzregionen zu inklusionsfreundlichen Sozialräumen zu machen, die ihnen sozialraumnahe Anlaufstellen bieten und in denen alle beteiligten Akteure interregional vernetzt sind. Hierfür sind u. a. die Harmonisierung und Angleichung rechtlicher Grundlagen eine wichtige Voraussetzung.

Zu Beginn des Projekts erfolgte in Form einer Art ‚Bestandsaufnahme‘ die Erhebung bestehender Angebote und Leistungen für Menschen mit Behinderungen innerhalb der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘: Durch qualitative Interviews und eine qualitative Online-Befragung unter den Betroffenen als ‚Expertinnen und Experten in eigener Sache‘ und ihren Angehörigen wurde ergänzendes Wissen über Teilhabeleistungen, bürokratische Hürden sowie über bislang ungedeckte Bedarfe generiert. Neben den Betroffenen wurden aber auch Fachkräfte aus Institutionen, Arbeitgeber/-innen sowie Mitarbeitende in Kammern und Verbänden für die Sozialraumanalyse befragt.

Eine sich aus dieser Erhebung ergebende qualitative Inhaltsanalyse identifizierte insgesamt sechs wichtige Problembereiche, darunter ein ‚ausbaufähiges‘ Informationsmanagement, ein Angebotsdefizit im Bereich „Mobilität“, Unterschiede bei der Feststellung des ‚Grads der Behinderung‘ und unterschiedliche Schwierigkeiten bei der Arbeitsmarktinklusion.

Zum Schluss bewertete ein Rechtsgutachten die festgestellten rechtlichen und administrativen Barrieren bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Teilhabeangebote von Menschen mit Behinderungen. Ein externer, selbst betroffener Experte stellte zudem während des gesamten Projekts sicher, dass die Perspektive von Menschen mit Behinderungen ausreichend berücksichtigt wurde. Auch ein aus beiden Regionen paritätisch besetzter Beirat aus Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus den Bereichen „Politik“, „Verwaltung“, „Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern“ und „Betroffenen“ stand den Projektbeteiligten beratend zur Seite.

„Mit dem Projekt ist es gelungen, grenzübergreifendes Wissen zu vermitteln sowie aktuell vorhandene Leistungen, Barrieren und Bedarfe für Menschen mit Behinderungen zu benennen. Unsere Empfehlungen sind eine solide Basis für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in den Grenzregionen Bayern und Tirol“, fasst Klaus Voss, Gesamtleitung der „Sozialen Dienste Oberbayern“ und Mitglied der Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim, den Erfolg des Projekts zusammen. Der Abbau der aufgezeigten Defizite werde die Herausforderung der nächsten Jahre sein.

Ergänzende Projekt-Informationen sowie die ausführlichen Ergebnisse und das erstellte Rechtsgutachten finden Sie auf der Webseite www.interreg-bayern-tirol.info. Ein Großteil der Inhalte wurde auch in Leichte Sprache übersetzt.

 

KomMa
Autor: KomMa

Kommunikation und Marketing der Diakonie Rosenheim

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