Unsere ambulanten Erziehungs- und Eingliederungshilfen werden von sozialpädagogisch qualifizierten Fachkräften erbracht. Alle Mitarbeitenden sind persönlich und fachlich für die Arbeit mit jungen Menschen und Familien geeignet und verfügen über ein Studium der Sozialen Arbeit oder Sozialpädagogik.
Bereichsleitung
Nicole Kurz – Diplom-Sozialpädagogin (FH)
Tel.: +49 (0) 176 17091 456
E-Mail: nicole.kurz@jh-obb.de
Gemeinsam mit der Geschäftsbereichsleitung verantwortet Nicole Kurz die fachliche, wirtschaftliche, personelle und organisatorische Führung der Einrichtung.
Immer mehr Familien stehen heute vor zunehmenden komplexen Anforderungen in unserem Gesellschaftssystem. Dazu zählen unter anderem steigende Ansprüche in den Bereichen Bildung und Arbeitswelt, hohe Lebenshaltungskosten und/oder fehlender Wohnraum.
Kommen zu diesen äußeren Faktoren individuelle Belastungen wie beispielsweise Armut, Krankheit, Delinquenz, traumatische Erfahrungen, psychische Erkrankungen innerhalb der Familie oder ungünstige Bewältigungsversuche, beispielsweise in Form von Suchtproblemen, hinzu, können Eltern beziehungsweise Personensorgeberechtigte verständlicherweise in eine Überforderungssituation geraten. Sie stehen dann häufig vor Problemen, die ihnen auf den ersten Blick kaum noch lösbar erscheinen. Dies kann dazu führen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen.
Für Kinder und junge Menschen kann ein derart belastetes Umfeld mit Entwicklungsschwierigkeiten und einem Gefühl persönlicher Perspektivlosigkeit verbunden sein. Mögliche Folgen können sein: Schulverweigerung, Sucht, psychische Probleme, Verhaltensprobleme und/oder Delinquenz.
Im Rahmen der §§ 27 und 41 in Verbindung mit §§ 29 ff. SGB VIII können Personensorgeberechtigte beim zuständigen Jugendamt einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen. Auf diese Weise können sie sozialpädagogische Unterstützung erhalten, die auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt ist.
Unsere ambulanten Hilfen finden überwiegend im Lebensumfeld der Familien statt. Von unserem zentralen Büro in Altstadt-Lehel aus erreichen wir Klientinnen und Klienten in ganz München. Die Flexible Jugendhilfe Altstadt-Lehel ist keinem festen Sozialraum zugeordnet.
Wir unterstützen junge Menschen und ihre Familien dabei, sich ihrer vorhandenen Ressourcen bewusst zu werden und auf diese zurückzugreifen. Ziel ist eine dauerhafte Verbesserung ihrer allgemeinen Lebenssituation. Im Mittelpunkt unserer Maßnahmen stehen die Entwicklung und der Erhalt gelingender sozialer Beziehungen.
Vorhandene sozialräumliche Ressourcen beziehen wir in die Hilfen ein und machen sie für die Familien nutzbar. Wir unterstützen Familien und Jungendliche/Kinder bei der Integration in alle Bereiche der Gesellschaft sowie bei der Entwicklung von Lebensperspektiven. Personensorgeberechtigte lernen, ihre Verantwortung für ihre Kinder wieder vollumfänglich wahrzunehmen, und erwerben Kompetenzen zur Lösung von Erziehungsproblemen. Wir stärken den Familienzusammenhalt und die Bindungen der Familienmitglieder untereinander. Überdies sorgen wir dafür, dass jeder Jugendliche und jedes Kind die Entwicklungsförderung und das Angebot erhält, dass es braucht.
Je nach Bedarf gestalten wir maßgeschneiderte Angebote aus einzelfall-, gruppen- und familienorientierten Hilfen, die sehr flexibel eingesetzt werden können.
Reicht der ambulante Rahmen für die bestehenden Herausforderungen nicht aus, bietet die Flexible Jugendhilfe München Altstadt-Lehel ergänzend Betreutes Einzelwohnen für Jugendliche und junge Volljährige nach § 27 in Verbindung mit § 34 oder § 41 SGB VIII an.
Darüber hinaus bieten wir Mutter-Vater-Kind-Maßnahmen in Form des Betreuten Wohnens nach § 19 SGB VIII an.
- Personensorgeberechtigte von Kindern und Jugendlichen gemäß §§ 27 ff. SGB VIII mit Unterstützungs- und Beratungsbedarf bei Erziehungs- oder Alltagsfragen.
- Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf bei Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsschwierigkeiten
- Junge Volljährige gemäß § 41 SGB VIII, die Unterstützung bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und auf dem Weg in ein selbstständiges Leben benötigen
Grundsätzlich schließen wir eine Hilfe nicht aufgrund einzelner Symptome aus. Eine ambulante Hilfe kann jedoch nicht fortgeführt werden, wenn der Schutz des Kindeswohls nicht oder nicht mehr gewährleistet ist.
- Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Personensorgeberechtigten
- Verbleib der Kinder in ihren Familien
- Sicherung des Kindeswohls
- Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Verselbstständigung junger Volljähriger
- Befähigung der Familien, ihr soziales Umfeld und die dort vorhandenen Ressourcen zu nutzen
- Förderung der Selbsthilfekräfte der Familien
- Stärkung sozialer Kompetenzen
- Förderung der sozialen Integration
- Sicherung wesentlicher Grundbedürfnisse
- Schutz vor äußerer Gewalt sowie Stärkung der Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die eigene Sexualität
- Stärkung der Fähigkeit, Gefühle wie Zuneigung, Liebe, Trauer und Dankbarkeit wahrzunehmen und auszudrücken
- Rückkehr von Kindern, die derzeit außerhalb ihrer Familie leben, in ihre Herkunftsfamilie
Damit diese Ziele erreicht werden können, entwickeln wir sie gemeinsam mit den jungen Menschen und den Personensorgeberechtigten. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten die vereinbarten Ziele als sinnvoll, realistisch und erstrebenswert erleben.
Das Büro der Flexiblen Jugendhilfe München Altstadt-Lehel liegt in unmittelbarer Nähe des Isartors und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Der Standort besteht seit Januar 2026 und befindet sich im Aufbau. Das Team soll schrittweise auf fünf Mitarbeitende wachsen. Zur Ausstattung gehören ein großer Besprechungsraum mit Teeküche, zwei Büroräume, zwei Toiletten sowie ein Vorraum mit Wartebereich.
Um die Wirkung unserer Arbeit nachvollziehbar zu machen und unsere Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln, erfassen wir wirkungsorientierte Kennzahlen. Diese werden jährlich ausgewertet und in unseren Konzeptionen dargestellt. Da der Standort erst seit Januar 2026 besteht, liegen derzeit noch keine belastbaren Jahreswerte vor.
Vorläufige Planungswerte:
- Voraussichtliche Fallzahl: 17 (bei drei Mitarbeitenden)
- Durchschnittsalter: derzeit 12 Jahre
- Anteil betreuter Mädchen und Frauen: derzeit ca. 40 %
- Voraussichtliche Dauer der Maßnahmen: geplant 18 Monate; nach bisherigem Verlauf ca. 15 Monate
- Anteil der Hilfen mit einer Dauer unter einem Jahr: 20 %
- Realisierte Hilfeperspektiven: voraussichtlich 80 %
- Voraussichtliche Zielerreichung: 75 %
- Zufriedenheit der Leistungsberechtigten, Leistungsempfangenden und Leistungsträger mit der Leistungserbringung: noch nicht evaluiert
Freie Stellen:
Bis Sommer 2027 möchten wir unser Team um zwei Vollzeitkräfte verstärken. Unsere aktuellen Stellenangebote finden Sie im Stellenportal des Trägers. Die Einstellungen erfolgen schrittweise, damit ausreichend Zeit für eine strukturierte Einarbeitung und eine verlässliche Begleitung der Kinder/Jugendlichen und Familien bleibt.
Die Flexible Jugendhilfe München Altstadt-Lehel arbeitet eng mit allen Sozialbürgerhäusern in München zusammen. Weitere Kooperationspartner sind Schulen, Kindertageseinrichtungen, heilpädagogische Tagesstätten, Kliniken, kinderärztliche Praxen, sozialpsychiatrische Dienste, sozialpädiatrische Zentren sowie kinder- und jugendpsychiatrische und psychotherapeutische Praxen.
Wir freuen uns über Sponsorinnen und Sponsoren, die Ausflüge und Einzelprojekte für die von uns begleiteten Kinder und Jugendlichen ermöglichen möchten.



