Der im Jugendtreff Kolbermoor entstandene Kurzfilm „Der magische Kristall“ wurde beim Bayerischen Kinder- und Jugendfilmfestival in Augsburg ausgezeichnet. Die Geschichte basiert auf der Idee des damals 14-jährigen Jonathan Greger und entstand gemeinsam mit rund 15 Jugendlichen unter der fachlichen Anleitung von Jugendtreff-Leiter Christian Spatzier.
Was mit der Idee eines Jugendlichen begann, wurde zu einem preisgekrönten Filmprojekt: Der elfminütige Kurzfilm „Der magische Kristall“ aus dem Jugendtreff Kolbermoor wurde Ende Juli beim Bayerischen Kinder- und Jugendfilmfestival in Augsburg ausgezeichnet.
Im Film beschließen vier junge Menschen angesichts der vielen Krisen, zu Superheld*innen zu werden und die Welt zu retten. Als sie von einem Kristall erfahren, der seinem Besitzer unendliche Macht verleihen soll, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit…
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Zuvor hatte „Der magische Kristall“ bereits beim oberbayerischen Jugendfilmfestival Jufinale den Sonderpreis zum Thema „Gerechtigkeit“ gewonnen und sich damit für das BKJFF qualifiziert. Die Jury würdigte in ihrer Laudatio unter anderem den „die große Spielfreude, den warmen Humor und viel Herz“ der jungen Filmemacher*innen. Der Film zeige “dass man nicht groß sein muss, um Großes zu bewirken.”

Von der Idee zum ausgezeichneten Kurzfilm
Der Film geht auf die Initiative eines Jugendlichen zurück: Der damals 14-jährige Jonathan Greger wandte sich im Sommer 2024 mit der Idee für einen Kurzfilm an Jugendtreff-Leiter Christian Spatzier. Zuvor hatte der Jugendliche bereits zweimal bei Filmprojekten im Jugendtreff mitgewirkt und war auf den Geschmack gekommen.
„Dass ein Jugendlicher von sich aus auf uns zukommt, ist etwas Besonderes. Wenn wir solche Kandidaten haben, versuchen wir sie gezielt zu fördern“, erzählt Christian Spatzier.
Gemeinsam mit Jonathan entwickelte er die Geschichte weiter und erarbeitete das Drehbuch. Die Umsetzung erfolgte schließlich im Rahmen des Ferienprogramms des Jugendtreffs.
An drei Drehtagen übernahmen rund 15 Jugendliche unterschiedliche Aufgaben vor und hinter der Kamera. Christian Spatzier und Sozialpädagoge Max Mank vermittelten das notwendige Know-how und unterstützten die Jugendlichen bei der Umsetzung.
Auch nach den Dreharbeiten blieb das Projekt in den Händen der Jugendlichen: Jonathan arbeitete über mehrere Monate an Schnitt, Animationen und Postproduktion mit und kümmerte sich auch um die Premiere und die Einreichung des Films bei den Wettbewerben. Den Song zum Film produzierte die Jugendliche Luna Wolf im Tonstudio des Jugendtreffs.
Jugendarbeit mit Wirkung
Für den Jugendtreff Kolbermoor ist der Preis das Ergebnis eines langjährigen Engagements: Seit 2008 sind dort rund 15 Filmprojekte entstanden. Drei qualifizierten sich für die bayerische Wettbewerbsebene, zwei wurden bereits ausgezeichnet.
Bei der Filmarbeit geht es den Sozialpädagogen vor Ort um weit mehr als das fertige Ergebnis. Die Jugendlichen lernen, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen, Verantwortung für ihre Aufgaben zu übernehmen und sich als Teil eines Teams aufeinander zu verlassen. Gleichzeitig gewinnen sie Selbstvertrauen, indem sie sich immer wieder etwas zutrauen – etwa vor der Kamera zu stehen, Fehler zu machen oder sich in Kostümen in der Öffentlichkeit zeigen.
„Das hat viel mit Disziplin zu tun. (…) Und Verantwortung zu übernehmen ist das A und O bei uns“, sagt Christian Spatzier.
Gleichzeitig habe die Erfahrung mit den Jugendlichen gezeigt, „dass außergewöhnliche Leistungen besser funktionieren, wenn sie auf Freiwilligkeit basieren.“
Raum für eigene Ideen
„Der magische Kristall“ zeigt damit beispielhaft, was Jugendarbeit leisten kann, wenn Jugendliche Raum für eigene Ideen bekommen und dabei professionell begleitet werden: Aus dem ersten Ausprobieren kann ein eigenes Projekt werden – und aus einer Idee ein gemeinsamer Erfolg.
Text: Lena Erhard
Bilder: Christian Spatzier, Max Mank


