Fachstelle Täter*innenarbeit häusliche Gewalt Rosenheim
Kontaktinformationen
Wer hier arbeitet und wer für was zuständig ist

Unser Team besteht aus erfahrenen Fachkräften (Sozialpädagog/-innen, Sozialarbeiter/-innen oder vergleichbare Qualifikation). Darüber hinaus werden in der Anti-Gewalt-Arbeit erfahrene Honorarkräfte eingesetzt. Alle Gruppenangebote werden grundsätzlich von 2 Mitarbeitenden durchgeführt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über Zusatzqualifikationen in den Bereichen Täter-Opfer-Ausgleich, Mediation und Konfliktmanagement, Anti-Gewalt-Training sowie systemischer Beratung.

Das Einzugsgebiet der bestehenden Fachstelle in Rosenheim umfasst den gesamten südostbayerischen Raum (Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Mühldorf, Landkreis Altötting, Landkreis Traunstein, Landkreis Berchtesgadener Land, Landkreis Miesbach).

Zu unserem Standort in Rosenheim ist ein neuer Standort in Weilheim hinzugekommen, welcher folgendes Einzugsgebiet umfasst:  Bad Tölz – Wolfratshausen, Garmisch – Partenkirchen, Weilheim – Schongau, Landsberg a. Lech, Ebersberg, Starnberg und Fürstenfeldbruck.

Bereichsleitung

Mara Homberg – Dipl. Sozialpäd. (FH)
Tel.: +49 (0)8031 3009 1054
E-Mail: mara.homberg@sd-obb.de

Wann wir geöffnet haben und wann Sie uns erreichen können

Die Fachstelle ist zu den gewöhnlichen Bürozeiten besetzt. Es finden individuelle Terminvereinbarungen auch außerhalb dieser Zeiten statt. Aufgrund unserer Beratungstätigkeit sind wir nicht immer persönlich telefonisch erreichbar und bitten um eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Gerne können Sie uns auch per E-Mail kontaktieren. In jedem Fall erhalten Sie zeitnah eine Rückmeldung von uns.

Telefonberatung: +49 (0)152 5625 5016

Warum es uns gibt

Von häuslicher Gewalt wird gesprochen, wenn innerhalb familiärer, ehelicher oder lebenspartnerschaftlicher Strukturen physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausgeübt wird. Zu häuslicher Gewalt können somit massive körperliche Verletzungen und sexuelle Übergriffe wie auch strukturelle oder ökonomische Formen psychischer Gewalt zählen. Die Dimension häuslicher Gewalt ist nicht auf das „Täter- Opfer- Verhältnis“ beschränkt, sondern betrifft auch das direkte familiäre Umfeld, insbesondere Kinder, die mit in der Familie leben.

Häusliche Gewalt rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Die kriminalistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des BKA verzeichnet einen kontinuierlichen Anstieg.

Jährlich werden rund 140.000 Opfer vollendeter oder versuchter Delikte der Partnerschaftsgewalt erfasst. Rund die Hälfte davon lebt im gemeinsamen Haushalt der tatverdächtigen Person. Von den Opfern sind rund 80 Prozent weiblich.

Für wen wir da sind

Unser Angebot richtet sich an …

  • erwachsene männliche Täter, die gegenüber ihrem/ihrer (Ex-) Partner/innen gewalttätig geworden sind.
  • erwachsene weibliche Täterinnen, die gegenüber ihrem/ihrer (Ex-) Partner/innen gewalttätig geworden sind.
  • Täter- und Täterinnen, die wegen Nachstellung (Stalking) aufgefallen und / oder verurteilt sind.
Was wir erreichen wollen

Täter*innenarbeit ist Opferschutz! Hauptziel der Beratung ist die möglichst schnelle Beendigung der Gewalthandlungen, um weitere Schäden für die (Ex)-Partner/-innen und/ oder Kind/-er abzuwenden. Dabei soll sich die bisher nach außen gelebte Aggressivität nicht nach innen verlagern, sondern prosozial gelebt werden.

Weitere dahingehende Ziele in der Täter*innenarbeit sind unter anderem:

  • die Auseinandersetzung mit eigenem Gewalt-Handeln
  • die Verantwortungsübernahme für eigene Gewaltanwendung
  • das Erlernen gewaltfreier Handlungskompetenz bei eskalierenden Konflikten
  • die Entwicklung von Empathie für das/die Opfer
  • die Erarbeitung individueller Rückfallvermeidungsstrategien.
Was wir anbieten

Die Fachstelle bietet Gruppen- und Einzelberatungsprogramme an. Wir arbeiten nach den Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft für Täterarbeit e. V. und sind von dieser zertifiziert.

Standorte
Einzel- und Gruppenangebote finden in Rosenheim, Mühldorf statt. Auch innerhalb der JVA Bernau werden regelmäßige Beratungsprogramme häusliche Gewalt durchgeführt.

Gruppenprogramm
Die Fachstelle bietet Gruppentrainings oder Einzelberatungsprogramme an. Beide Arbeitsformen beinhalten klassische Elemente eines Anti-Gewalt-Trainings. Hierbei handelt es sich um eine konfrontierende und ressourcenfördernde Arbeitsform, die der sekundären Gewaltprävention zuzurechnen ist.

Das Gruppenprogramm beinhaltet persönliche Vorgespräche mit ausführlicher Sozial- und Gewaltanamnese, 25 zweistündige Gruppenabende und ein persönliches Nachgespräch. Sofern keine Hinderungsgründe vorliegen, erfolgt unsere Arbeit grundsätzlich in Gruppenform.

Einzelberatungen
Eine Einzelberatung kann ersatzweise zur Teilnahme am Gruppenprogramm, durch gezielte Zuweisung von Justizbehörden oder auf freiwilliger Basis erfolgen, sofern keine Teilnahme am Gruppenprogramm möglich ist. Das Einzelberatungsprogramm beinhaltet Vorgespräche zur Auftragsklärung sowie zwölf 60-minütige Einheiten.

Nachsorge
Die Teilnehmer können nach Abschluss des Programms jederzeit Kontakt mit der Einrichtung aufnehmen.

Telefonberatung
Zusätzlich zum bestehenden Gruppen- und Einzelprogramm bieten wir eine telefonische Erstberatung an. Die Beratung dient einer Situationsklärung und Vermittlung in geeignete Hilfsangebote für Täter*innen, persönliche Gesprächstermine können zeitnah erfolgen. Selbstverständlich können sich auch nicht selbst betroffene Personen oder interessierte Fachkräfte beraten lassen. Die Fachstelle arbeitet eng mit dem Hilfesystem für Opfer zusammen und ist auch hier vermittelnd tätig.

Unter der Telefonnummer +49 (0)152 5625 5016 haben Sie die Möglichkeit einer individuellen telefonischen oder persönlichen Terminvereinbarung. Sollten Sie außerhalb unserer Beratungszeiten anrufen, werden Sie gebeten, Ihre Kontaktdaten mit Zeiten der Erreichbarkeit auf der Mailbox zu hinterlassen oder den Kontakt per E-Mail zu suchen. Es erfolgt umgehend eine Kontaktaufnahme durch die Mitarbeiter/-innen der Fachstelle.

Wie wir ausgestattet sind

Unsere Räume befinden sich im Erd- und Untergeschoss unseres Gebäudes in der Innstraße 72, 83022 Rosenheim. Diese bestehen aus drei Büros und einem Gruppenraum.

Unsere Außenstelle in Mühldorf befindet sich im Haus der Begegnung Mühldorf, Auf der Wies 18, 84453 Mühldorf a. Inn.

In der Fachstelle sind Sozialpädagog/-innen / Sozialarbeiter/-innen oder Mitarbeiter/-innen mit vergleichbarer Qualifikation sowie entsprechend qualifizierte Honorarkräfte mit durchschnittlich 78 Wochenstunden beschäftigt.

Was wir erreicht haben

Die Einrichtung wurde im Jahr 2002 als Männerberatungsstelle Südostbayern gegründet. Seither setzte sich für den Aufbau der Täter*innenarbeit in unserer Region ein. Neben der Beratungsarbeit wurden Netzwerke zu Frauenunterstützungs- und Opferschutzeinrichtungen, Polizei, Justiz und Jugendämtern geschaffen und gepflegt, schriftliche Kooperationsverträge geschlossen, Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit geleistet.

Die Fachstelle ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit e. V.

Mittlerweile werden in Rosenheim und Mühldorf rund 150 Personen pro Jahr beraten. In einem „offenen Modulsystem“ finden parallel zwei Gruppen statt. Zuweisungen erfolgen über die Staatsanwaltschaften, Amtsgerichte, Polizei und Jugendämter, aber auch sogenannte „Selbstmelder“ nehmen das Angebot in Anspruch.

2014 bis 2016 unterzog sich die damalige Männerberatungsstelle einem umfassenden Zertifizierungsprozess und wurde 2017 als erste (und bisher einzige Einrichtung in Bayern, Stand 2020) durch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Täterarbeit Häusliche Gewalt e. V. zertifiziert und gleichzeitig umbenannt. Die Zertifizierung wurde 2019 erneut bestätigt.

Mit wem oder was wir kooperieren

Mit allen Polizeiinspektionen und Frauenunterstützungseinrichtungen in der Region Oberbayern Südost bestehen schriftliche Kooperationsvereinbarungen.

Wer uns fördert und unterstützt
  • Die weitaus wichtigste Finanzierungsquelle unseres Angebots bilden Bußgeldzuweisungen durch die mit uns kooperierenden Staatsanwaltschaften und Amtsgerichte.

Die Fachstelle erhält darüber hinaus Zuschüsse von der Stadt Rosenheim sowie den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Miesbach, Altötting und Berchtesgadener Land.

Wir danken an dieser Stelle unseren Förderern, insbesondere den Staatsanwaltschaften und Amtsgerichten, ohne die unser Angebot nicht bestehen könnte!

Ausgehend von der befürchteten Verschärfung im Bereich der häuslichen Gewalt durch die Einschränkungen der Corona-Maßnahmen konnte die Fachstelle mit Unterstützung der Dr. Ursula Schmid-Kayser-Stiftung im Rahmen eines Projektes eine zusätzliche Telefonberatung für Täter*innen aus dem Bereich der häuslichen Gewalt entwickeln. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich und freuen uns, dass das Angebot in unser Regelangebot aufgenommen werden konnte.

Scroll to Top