Vertreterinnen und Vertreter der SPD-Landtagsfraktion des Bayerischen Landtags besuchten am 20. Januar 2026 das Bildungshaus der Diakonie Rosenheim. Bei einem Rundgang durch die Einrichtung (Foto unten) ging es um aktuelle Herausforderungen und Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung und in der schulischen Bildung.
Während ihres Besuchs führte Mirjam Klingenschmid (links), Leiterin des Bildungshauses der Diakonie Rosenheim, die Landtagsabgeordneten Holger Grießhammer (Mitte), Fraktionsvorsitzender der SPD im Bayerischen Landtag (MdL), und Doris Rauscher (rechts), sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bayern (MdL), durch die Einrichtung in Bad Aibling und gewährte den Abgeordneten Einblicke in den pädagogischen Alltag der Bildungseinrichtung.
Individuelle Förderung von der Krippe bis zur Grundschule
Das Bildungshaus verknüpft als eines der wenigen Modelle in Bayern frühkindliche Bildung und Betreuung in Krippe, Kindergarten und Hort mit dem schulischen Lernen in den ersten vier Klassen. Kinder werden dabei über mehrere Jahre hinweg von multiprofessionellen Lernbegleiterinnen und -begleitern betreut – darunter Lehrkräfte ebenso wie sozialpädagogische Fachkräfte. Ziel ist eine ganzheitliche, individuelle Förderung, die sich an den jeweiligen Stärken und Bedürfnissen der Kinder orientiert.
„Mir geht das Herz auf, wenn ich eine solche Einrichtung sehe“, sagte Doris Rauscher, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bayern und selbst ausgebildete Pädagogin. „Unsere Kinder brauchen individuelle Herangehensweisen und kein Lernprogramm von der Stange. Hier wird deutlich, wie wichtig gute Rahmenbedingungen für qualitätsvolle Bildungsarbeit sind.“
„Die Lehrkräfte, die bei uns arbeiten, entscheiden sich ganz bewusst für dieses Schulmodell, weil sie hier die Möglichkeit haben, individueller auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen“, erklärte Mirjam Klingenschmid, Leiterin des Bildungshauses der Diakonie Rosenheim. Im Zentrum stünden die Freude an eigenen Leistungen, die Lust auf lebenslanges Lernen sowie der Aufbau tragfähiger Beziehungen zwischen Lernbegleitenden, Eltern und Kindern.
Große Nachfrage und enge Zusammenarbeit mit Eltern
Die Schule ist bis 17 Uhr geöffnet, eine flexible Abholung ist bereits ab 14.30 Uhr möglich. Neben dem Unterricht finden im Bildungshaus auch therapeutische Angebote wie Ergotherapie oder Logopädie statt, die direkt in den Alltag der Kinder eingebunden sind. Der enge Austausch mit den Eltern ist fester Bestandteil des Konzepts. Rund die Hälfte der derzeit betreuten Kinder stammt aus der Gemeinde Bad Aibling, die übrigen kommen aus umliegenden Kommunen. Zehn der Plätze sind Integrationsplätze.
„Einige Familien nehmen lange Anfahrtswege von bis zu eineinhalb Stunden in Kauf, um ihre Kinder bei uns betreuen zu lassen“, erzählt Klingenschmid. Andere würden gezielt in die Nähe der Einrichtung ziehen, um das Angebot nutzen zu können.
Politik und Praxis im Austausch
Im anschließenden Gespräch wurde die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Bildungseinrichtungen betont. Ulrike Blank, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin bei der Diakonie Rosenheim, unterstrich die Verantwortung der Kommunen, gezielt in den Bildungsbereich zu investieren. Landtagsabgeordneter Holger Grießhammer sprach sich dafür aus, dass innovative Modelle wie das Bildungshaus landesweit ermöglicht werden sollten – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten einzelner Kommunen. Angebote wie dieses seien aus seiner Sicht „sehr positiv für die Lernentwicklung der Kinder“.
Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Kinder
Für die Diakonie Rosenheim sind solche Besuche eine wichtige Gelegenheit, Erfahrungen aus der Praxis in bildungs- und sozialpolitische Diskussionen einzubringen. Franz Frey, Geschäftsbereichsleiter bei der Diakonie Rosenheim, verband den Austausch mit einem klaren Appell: Bürokratische Anforderungen in der Kinderbetreuung müssten weiter reduziert werden!
Foto und Text: Susanne Neumann
