Süßer Türöffner für Familien

Schon seit einigen Jahren beteiligt sich die Diakonie Jugendhilfe Oberbayern am JuKi – Kinder & Jugend Festival. Denn dort kommen viele Familien aus München zusammen – und damit genau die Menschen, für die unsere Einrichtungen und Angebote täglich da sind.

„Erfolgreich ist der Tag für uns, wenn die Menschen auf uns zukommen und fragen: Was macht ihr eigentlich genau?“, sagte Jan Matosoglu, Bereichsleiter der Flexiblen Jugendhilfe München-Haidhausen. Am Stand der Jugendhilfe informierten Mitarbeitende über ihre Angebote und sorgten mit verschiedenen Spielaktionen wie Dosenwerfen, Glücksrad und Nägelhämmern für reges Interesse. Besonders gefragt war – wie bereits in den Vorjahren – das kostenlose Popcorn.

„Ich mache das schon das dritte Jahr in Folge und konnte jetzt noch eine neue Kollegin dafür gewinnen, weil ich ihr erzählt habe, wie viel Spaß es macht, den Kindern eine Freude zu machen“, erzählte Susan Möckl, Leiterin des Kindertageszentrum Reinmarplatz. Die Popcornmaschine lief fast ohne Pause. Beim Warten auf eine Tüte Popcorn ergaben sich ganz nebenbei viele Begegnungen und Gespräche.

Nur wenige Meter weiter gab es vor allem für kleinere Kinder einiges zu entdecken: Sie konnten Perlenarmbänder basteln und Bobbycar fahren. Auch an ganz praktische Bedürfnisse wurde gedacht. „Weil wir in den letzten Jahren gesehen haben, dass Familien mit Babys auf dem Gelände kaum einen Platz zum Wickeln oder Stillen finden, haben wir extra eine Wickelstation aufgebaut und einen Rückzugsort zum Stillen eingerichtet“, berichtete Melissa Willeuthner, KiTZ-Fachkraft im Haus für Kinder Neuhausen.

Kostenlos und ohne große Hürden

Gerade für die KiTZ-Fachkräfte waren solche Begegnungen wichtig. Die Kindertageszentren (KiTZ) sind wohnortnahe Anlaufstellen für Familien. Sie verbinden Kindertageseinrichtungen mit Familienbildung, Beratung und Vernetzung und sind damit Orte, an denen  Familien Unterstützung, Begegnung und Teilhabe erfahren. Beim Festival beantworteten die Fachkräfte unter anderem Fragen zur Suche nach einem Kitaplatz, zu Anträgen und Möglichkeiten der Gebührenermäßigung.

Dass das JuKi – Kinder & Jugend Festival parallel zur Wiesn stattfand, spielte dabei ebenfalls eine Rolle. Während ein Wiesnbesuch für Familien schnell teuer werden kann, konnten Kinder und Eltern beim JuKi zahlreiche Angebote kostenlos nutzen.

Dieser unkomplizierte Zugang war auch für die Arbeit der KiTZ-Fachkräfte wichtig. Melissa Willeuthner erlebte immer wieder, dass Familien aus Sorge vor den Kosten zunächst keinen Kontakt zu einer Kindertageseinrichtung aufnahmen. Gerade Familien mit Migrationsgeschichte seien zudem häufig bereits mit zahlreichen Anträgen und Behördengängen konfrontiert. Weitere Anträge rund um die Kinderbetreuung könnten dann eine zusätzliche Hürde darstellen.

Beim JuKi konnten die Fachkräfte ohne Termin und in ungezwungener Atmosphäre mit Familien ins Gespräch kommen, Unsicherheiten rund um die Kosten klären und über Unterstützungsmöglichkeiten informieren. So erleichterten sie Familien den Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung. „Wenn sich nur eine Familie einen Flyer mitnimmt oder sagt: Ah ja, wusste ich gar nicht, jetzt weiß ich, was ich machen muss, dann hat es sich schon gelohnt“, ergänzte Pia Brandenburg vom Haus für Kinder Neue Gärten Giesing. Weitere Informationen zu den Kindertageszentren in München  gibt es unter www.kitzinmuenchen.de.

Text und Bilder: Susanne Neumann 

Impressionen vom JuKi – Kinder & Jugend Festival

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