Mit einem großen Fest hat das Kinderhaus Villa Kunterbunt der Diakonie Rosenheim sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Als erste Kindertageseinrichtung der Diakonie Rosenheim steht die Einrichtung in der Endorfer Au für eine Geschichte, die weit über das Jubiläum hinausreicht. Ihre Wurzeln liegen in einer Spiel- und Lernstube, die bereits 1978 in der damaligen Obdachlosensiedlung entstand.
Die Anfänge in der Spiel- und Lernstube
Gemeinsam mit Kindern, Familien, ehemaligen Mitarbeitenden, Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie zahlreichen Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft blickte die Einrichtung auf ihre Geschichte zurück. Bereits 1978 errichtete die Diakonie Rosenheim für die Kinder und Familien der damaligen Obdachlosensiedlung Ruedorfferau eine Spiel- und Lernstube. Das Angebot war der erste Schritt hin zu einer qualifizierten Kinderbetreuung im Stadtteil und sollte Kindern bessere Bildungs- und Entwicklungschancen ermöglichen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich über die Jahrzehnte das heutige Kinderhaus Villa Kunterbunt.

Ein Haus mit Wirkung für den Stadtteil
Die Geschichte der Villa Kunterbunt ist eng mit der Entwicklung der Endorfer Au verbunden. Das Viertel galt lange Zeit als sozialer Brennpunkt und wurde in der öffentlichen Wahrnehmung oft wenig beachtet. In den vergangenen Jahren hat sich der Stadtteil jedoch deutlich verändert und weiterentwickelt. „Wir können nur dann als Gesellschaft gut zusammenleben, wenn wir bei den Kleinsten anfangen“, betonte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bei seinem Grußwort. Er bezeichnete die Endorfer Au als Stadtteil mit großem Potenzial und verwies auf die attraktive Lage und die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Einrichtungen wie die Villa Kunterbunt seien wichtige Bausteine für eine lebendige Nachbarschaft und machten das Viertel auch für junge Familien attraktiv. Bei seiner Rede bekräftigte er, wie wichtig es sei, dass alle Kinder die gleichen Chancen erhalten. Für seine Ankündigung, sich für eine Senkung der Kita-Gebühren in Rosenheim einzusetzen, erhielt er großen Applaus. Außerdem berichtete Erdogan, wie sehr er die Partnerschaft mit der Diakonie Rosenheim schätze. Er sei „dankbar für alle Menschen, die in diesem Haus mit viel Herz und Engagement arbeiten“.

Auch Norbert Blesch, Geschäftsbereichsleiter der Kindertageseinrichtungen der Diakonie Rosenheim, hob die Bedeutung der Einrichtung für den Stadtteil hervor. In seinem Grußwort betonte er, dass Sozialraumorientierung und Jugendhilfe untrennbar zusammengehören. Kinder müssten dort Unterstützung erhalten, wo sie leben und aufwachsen. „Egal mit welchen Herausforderungen Kinder zu uns kommen – sie haben Anspruch auf eine gute Betreuung und dürfen nicht aus dem Raster fallen. Wir lassen niemanden allein“, sagte Blesch.

Segnung durch Dekanin und Imam
Ein sichtbares Zeichen für das gelebte Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen war die Segnung der Einrichtung durch Dekanin Dagmar Häfner-Becker und Imam Ömer Sahan. Dabei betonte die Dekanin des evangelisch-lutherischen Dekanats Rosenheim die wichtige Aufgabe, allen Menschen die gleichen Chancen zu geben.
Viele ehemalige Mitarbeitende, Familien und Freunde nutzten das Jubiläum, um Erinnerungen auszutauschen. Auch die heutige stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin Ulrike Blank verbindet persönliche Erinnerungen mit der Villa Kunterbunt. Bereits während ihrer Ausbildung zur Erzieherin absolvierte sie hier ihr Praktikum. „Wenn ich jetzt hier stehe und sehe, was für ein lebendiger Ort für die Kinder heute daraus geworden ist, bekomme ich Gänsehaut“, so Blank.

Ein Baum für die Zukunft
Gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Kindern gestaltete Einrichtungsleiterin Daniela Weiß zwei musikalische Beiträge und dankte ihrem Team für das tägliche Engagement. Anschließend pflanzten Bürgermeister Erdogan und Einrichtungsleiterin Weiß gemeinsam eine von Christa Glasl gestiftete Ulme. Direkt unter dem Baum wurde zudem eine Zeitkapsel vergraben. Diese hatten die Kinder und Erzieher/innen bereits im Vorfeld mit selbst geschriebenen Briefen und Botschaften für kommende Generationen gefüllt – als Erinnerung an das Jubiläum und an die vielen Menschen, die die Einrichtung in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben.

Text und Bilder: Susanne Neumann

