Verantwortung für junge Menschen übernehmen

Schutz und Orientierung nach der Ankunft
In der Erstaufnahme Hinrichssegen werden unbegleitete minderjährige Geflüchtete ab zwölf Jahren vorübergehend aufgenommen. Die Einrichtung bietet ihnen eine geschützte Umgebung, stellt die Erst- und Alltagsversorgung sicher und begleitet notwendige medizinische und weitere Hilfen. Wie lange die Jugendlichen bleiben, kann sehr unterschiedlich sein – von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren. In dieser Zeit begleitet das Team die jungen Menschen und arbeitet gemeinsam mit den zuständigen Stellen an einer längerfristigen Perspektive.

Fußball schafft Kontakte außerhalb der Einrichtung
Zur Arbeit der Erstaufnahme gehört auch, den Jugendlichen Kontakte außerhalb der Einrichtung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Eine wichtige Rolle kann dabei der Sport spielen. Zum örtlichen Fußballverein besteht bereits seit längerer Zeit Kontakt. Jugendliche aus der Erstaufnahme trainieren dort in der Mannschaft und nehmen auch an Meisterschaftsspielen teil. „Junge Menschen finden sich am leichtesten, wenn sie merken, was sie verbindet“, sagt Bereichsleiter Thomas Scherner. Gemeinsame Interessen können Begegnungen erleichtern und den Jugendlichen dabei helfen, in ihrem neuen Umfeld Kontakte aufzubauen.

Gemeinsames Fußballspiel beim Sommerfest

Begegnung ohne offizielle Termine
Eine zentrale Rolle spielt auch die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Landratsämtern und Vormündern. Beim Sommerfest kamen rund 40 Jugendliche, Mitarbeitende und Kooperationspartner zusammen. Bei Sport, Musik und gemeinsamem Essen bot sich die Gelegenheit, einander außerhalb der üblichen Gespräche und Termine zu begegnen. „Solche persönlichen Begegnungen können für die jungen Menschen Hemmungen oder Ängste gegenüber Behörden und verantwortlichen Stellen und Personen abbauen“, erklärt Scherner. Auch für die beteiligten Fachkräfte ermögliche der persönliche Kontakt andere Zugänge als beispielsweise ein reguläres Hilfeplangespräch.

Einrichtungsleiter Thomas Scherner (rechts) im Gespräch mit Cornelia Zimmermann, Geschäftsbereichsleiterin Hilfe zur Erziehung.

Text: Susanne Neumann
Bilder: Julia Rappl, Thomas Scherner

 

 

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