Ort der zweiten Chancen: Sozialkaufhaus in Bernau offiziell eingeweiht

Das Sozialkaufhaus der Diakonie Rosenheim in Bernau am Chiemsee ist weit mehr als ein Secondhandladen. Bei der offiziellen Einweihung stand ein Konzept im Mittelpunkt, das Nachhaltigkeit mit sozialer Teilhabe verbindet – und bereits in den ersten Wochen auf große Resonanz gestoßen ist.

„Ich bin da wie zuhause.“ Martin Kuchar muss nicht lange überlegen, wenn er beschreiben soll, was ihm seine Arbeit im Sozialkaufhaus der Diakonie Rosenheim in Bernau bedeutet. Drei Tage in der Woche arbeitet er dort im Rahmen des Zuverdienstmodells. Für ihn ist das Sozialkaufhaus mehr als ein Arbeitsplatz – es gibt ihm Struktur, Gemeinschaft und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Matthias Münx (rechts), Leiter des Kaufhauses, mit seinem „besten Mann“, Martin Kuchar (links) aus Hausham mit ins neue Sozialkaufhaus nach Bernau genommen.

Genau darum geht es im Sozialkaufhaus der Diakonie Rosenheim. Bei der offiziellen Einweihung am 10. Juli machte Klaus Voss, Mitglied der Geschäftsleitung, deutlich: „Wir öffnen weit mehr als ein Geschäft. Wir schaffen einen Ort, an dem ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe miteinander verbunden werden.“ Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder anderer persönlicher Lebensumstände derzeit nicht oder noch nicht vollständig am Arbeitsleben teilnehmen können, erhalten hier die Möglichkeit, schrittweise wieder Arbeitsstrukturen kennenzulernen, Selbstvertrauen zu gewinnen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Ein Ort für Menschen und gut erhaltene Dinge

Das Sozialkaufhaus verbindet zwei Ziele miteinander: Gut erhaltene Möbel, Kleidung, Geschirr und Haushaltswaren erhalten ein zweites Leben. Gleichzeitig entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die Schritt für Schritt wieder an das Arbeitsleben herangeführt werden.

Insgesamt stehen sechs Plätze im Zuverdienstmodell sowie sechs Plätze im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten (AGH) zur Verfügung. Derzeit ist rund die Hälfte der Plätze besetzt. Interessierte können sich weiterhin bei der Diakonie Rosenheim melden.

Wertvolle Unterstützung für die Gemeinde

Gemeinsam mit Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, Vertreterinnen der evangelischen und katholischen Kirche sowie Gästen aus der Region wurde das Sozialkaufhaus offiziell eingeweiht.

„Sie haben unseren Respekt und unsere volle Unterstützung. Sie leisten einen unheimlich wertvollen Beitrag für das Leben in der Gemeinde“, sagte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber. Als kleine Aufmerksamkeit überreichte sie dem Team einen Korb mit Schokolade als „Nervennahrung“ für den Arbeitsalltag. Im Anschluss an die Grußworte segneten die evangelische Pfarrerin Sabine Huber und ihre katholische Kollegin Conny Frey die neuen Räume.

Bereichsleiter Michael Jahn (links) freut sich über den Geschenkkorb, den er stellvertretend für das Team entgegen nahm.
Erfolgreicher Start

Seit der Eröffnung Anfang Juni hat sich das Sozialkaufhaus bereits zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. „Es läuft noch besser als wir erwartet haben. Wir bekommen wahnsinnig viele Spenden“, berichtet Michael Jahn, Bereichsleiter der Sozialkaufhäuser der Diakonie Rosenheim. Besonders häufig würden Kleidung, Geschirr und Möbel abgegeben.

Vor Ort sorgt Kaufhausleiter Matthias Münx gemeinsam mit den Mitarbeitenden und drei Ehrenamtlichen dafür, dass die Sachspenden angenommen, sortiert, aufbereitet und für den Verkauf vorbereitet werden. Mit dem Standort in Bernau betreibt die Diakonie Rosenheim inzwischen fünf Sozialkaufhäuser. Neben Bernau gibt es weitere Standorte in Rosenheim, Bruckmühl, Hausham und Wasserburg.

Öffnungszeiten und Sachspenden

Das Sozialkaufhaus in der Chiemseestraße 84 ist montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Gut erhaltene Sachspenden können während der Öffnungszeiten abgegeben werden. Unter bestimmten Voraussetzungen bietet die Diakonie Rosenheim auch eine Abholung gut erhaltener Möbel an. Für diesen Fall bitte eine Mail an moebel@sd-obb.de.

Überblick zur medialen Berichterstattung in den Zeitungen, im Radio und online.

Text und Bilder: Susanne Neumann

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