„Wir bieten alles, was zur Wohnungsnotfallhilfe dazugehört“, sagt Robert Schmid, Bereichsleiter bei der Diakonie Rosenheim. Das Spektrum reicht von präventiven Angeboten in den Fachstellen, die einen Wohnungsverlust verhindern sollen, über verschiedene Unterkünfte bis hin zu akuten Hilfen wie Herberge, Notschlafstelle und Kälteschutz im Winter. Dazu gehört auch eine Unterkunft speziell für wohnungslose Frauen.
Auch über Rosenheim hinaus gibt es Angebote der Wohnungsnotfallhilfe, darunter Fachstellen in Miesbach und Ebersberg sowie Unterbringungsangebote in München.
Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung und familiäre Probleme können ebenso zum Verlust der eigenen Wohnung führen wie Suchterkrankungen oder andere psychische Erkrankungen. „Betroffen sind Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen“, erzählt Schmid.

Angespannter Wohnungsmarkt erschwert den Weg zurück
Eine zunehmende Herausforderung ist der angespannte Wohnungsmarkt. Die Plätze in den Unterkünften sind stark ausgelastet und werden nach einem Auszug durch das Wohnungsamt der Stadt Rosenheim schnell wieder vergeben. Gleichzeitig bleiben Menschen inzwischen häufig länger in den Unterkünften, weil sie keine bezahlbare eigene Wohnung finden. Die Herberge der Diakonie Rosenheim soll deshalb ausgebaut werden: Statt bislang acht sollen dort künftig 20 Plätze zur Verfügung stehen.
Die Situation in Rosenheim steht dabei exemplarisch für eine bayernweite Entwicklung. Zum Stichtag 31. Januar 2026 waren – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes – in Bayern mehr als 40.000 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Nicht erfasst sind in dieser Statistik Menschen, die auf der Straße leben oder vorübergehend bei Freunden oder Bekannten unterkommen.
Warum eine Postadresse so wichtig ist
Zur Wohnungsnotfallhilfe gehören auch Unterstützungsangebote, die auf den ersten Blick weniger sichtbar sind. Rund 80 Menschen nutzen die Diakonie Rosenheim derzeit als Postadresse. Für Menschen ohne eigene Anschrift ist die postalische Erreichbarkeit eine wichtige Voraussetzung, um beispielsweise Bescheide zu erhalten und Leistungen zur Existenzsicherung zu beantragen.
Das Thema in den Medien
Anlässlich des Tags der wohnungslosen Menschen greifen auch regionale Medien das Thema auf. Robert Schmid sprach mit dem Oberbayerischen Volksblatt über die Situation in Rosenheim, Ursachen von Wohnungslosigkeit und die Hilfsangebote der Diakonie Rosenheim. Das Interview ist auch bei ovb online und Rosenheim24 online zu finden. Auch Radio Charivari berichtete zum Aktionstag.
Text und Bild: Susanne Neumann