Studie zur Flüchtlingsberatung in Bayern: Diakonie Rosenheim sieht Qualitätsarbeit bestätigt

Die Flüchtlings- und Integrationsberatung der Diakonie Rosenheim leistet einen wichtigen Beitrag für gelingende Integration in Stadt und Landkreis Rosenheim.  Die nun vorgestellte landesweite Evaluation bestätigt die hohe fachliche Qualität dieser Arbeit und unterstreicht ihre zentrale Bedeutung.

„Für unsere Region bedeutet das: Die Menschen, die bei uns Beratung suchen, erhalten qualifizierte und verlässliche Unterstützung“, erklärt Dr. Andreas Dexheimer, Vorstand der Diakonie Rosenheim. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere fachlichen Standards und unsere enge Vernetzung vor Ort wirken.“

Die Studie hebt hervor, dass Beratungsqualität insbesondere dort entsteht, wo ein klares Leitbild, verbindliche Qualitätsstandards, Supervision, kollegiale Fallbesprechungen sowie eine strukturierte Einarbeitung neuer Fachkräfte etabliert sind. Ebenso entscheidend ist die Zusammenarbeit mit Behörden, Bildungseinrichtungen, Arbeitgebern und sozialen Trägern im jeweiligen Sozialraum.

Konkrete Unterstützung in Stadt und Landkreis Rosenheim 

Der Bedarf bleibt hoch: 2024 lebten rund 1,9 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte in Bayern, mehr als 35.000 Asyl-Erstanträge wurden gestellt. Auch in der Region Rosenheim suchen viele Menschen Orientierung und Unterstützung. Die Zuständigkeiten in der Stadt Rosenheim sind auf die Diakonie Rosenheim und die Caritas aufgeteilt. Im Landkreis kommt noch das Bayerische Rote Kreuz hinzu, dort ist die Diakonie Rosenheim zuständig für die Orte Bad Aibling, Bruckmühl, Prien, Bad Feilnbach, Rimsting, Breitbrunn, Kolbermoor, Großkarolinenfeld, Tattenhausen, Thonbichl, Tuntenhausen, Schechen, Feldkirchen-Westerham. Seit Dezember 2025 ist die Diakonie Rosenheim zudem für die Flüchtlings- und Integrationsberatung in Miesbach mit zwei Mitarbeitenden für rund 600 Geflüchtete zuständig.

Zusätzlich bietet das Zentrum für Migration und Flucht (ZMF) der Diakonie Rosenheim einen Jugendmigrationsdienst (JMD), Migrationsberatung für Erwachsene Zugewanderte (MBE), WoFA Wohnraum für Alle, das Rosenheimer Dolmetschernetz sowie ein Therapeutisches Angebot für Flüchtlinge (TAFF) an.

In der Stadt Rosenheim beschäftigt die Diakonie Rosenheim zwei Mitarbeitende, für den Landkreis Rosenheim insgesamt sechs Mitarbeitende. Die Beratung umfasst unter anderem Hilfen zur Erstorientierung, Asylverfahren, Arbeit und Ausbildung, Gesundheit, Sozialleistungen, Bildung/Kinderbetreuung sowie Unterbringung. Allein im vergangenen Jahr wurden (durch die Mitarbeitenden der FIB Diakonie) in Stadt und Landkreis Rosenheim mehr als 3.200 Beratungsgespräche mit rund 1.500 Klientinnen und Klienten geführt. In der Stadt München arbeiten 27 Mitarbeitende in der Asylsozialberatung für die Diakonie Rosenheim und beraten in insgesamt 11 Einrichtungen rund 4.000 Klientinnen und Klienten. „Gerade auf regionaler Ebene zeigt sich, wie wichtig verlässliche Beratung ist“, so Dexheimer. „Sie schafft Orientierung, verhindert Fehlentwicklungen und stärkt gesellschaftliche Teilhabe.“

Die Evaluation empfiehlt, die Flüchtlings- und Integrationsberatung über 2026 hinaus fortzuführen. Gleichzeitig weist sie auf den hohen administrativen Aufwand hin, der wertvolle Beratungszeit bindet. „Damit qualifizierte Fachkräfte ihre Zeit vor allem im direkten Kontakt mit Ratsuchenden einsetzen können, braucht es langfristige Planungssicherheit und praktikable Rahmenbedingungen“, betont Dexheimer.

Die Evaluation zur Flüchtlings- und Integrationsberatung wurde am 25. Februar 2026 vorgestellt. Sie wurde vom Bayerischen Staatsministerium des Innern in Auftrag gegeben und vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) in Köln durchgeführt. Eine Kurzfassung der Ergebnisse ist online abrufbar unter: https://tinyurl.com/4nu7ss87

Text: Susanne Neumann

 

 

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